Zigarre und Rum

Ich möchte dir gerne ein paar Tipps und Informationen geben wie du eventuell diese beiden Genüsse miteinander kombinieren kannst. Ich selbst rauche seit ca. 30 Jahren Zigarren, bezeichne mich trotzdem nicht als Zigarrenprofi oder Zigarrenexperte. Ich habe im Lauf der Zeit schon einige Zigarrentypen hinter mir gelassen und habe wie auch bei Rum meinen eigenen und persönlichen Favoriten gefunden. Man sollte oder wird eine Zigarre nur rauchen, wenn man auch wirklich die Zeit dazu hat und relaxed ist. Bei einem großen Format benötigt man gut und gerne bis zu einer Stunde. Ich selbst bezeichne mich trotz meiner Vorliebe für Zigarren als Nichtraucher, da ich ein reiner Genussraucher bin, der auch längere Zeit ohne Rauchgenuss auskommen kann, vorausgesetzt, ich genieße nicht gerade ein Glas Rum.

Zigarrenhülsen - Zigarren

Wie lassen sich diese beiden Genusserlebnisse miteinander verbinden?

Es beginnt bereits bei der gemeinsamen Philosophie dieser unterschiedlichen Leidenschaften. Beide haben mit absoluten Genuss zu tun. Sie sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht und doch gehören sie zusammen. Sie haben trotz der Unterschiede eine große, die wahrscheinlich gewichtigste Gemeinsamkeit: „Die innere Ruhe“.

Zigarre und Rum

Rum trinkt man mit Freunden oder seiner Liebsten, Rum ist kein hektisches Partygetränk. Rum genießt man in kleinen Schlucken, man zieht sanft Luft ein, spürt kurz den kühlen Alkohol und lässt ihn danach über den Gaumen und die Zunge laufen, wo er seine vielfältigen Aromen entfalten kann. Der Zigarrenraucher ist bei Gott kein hektischer Geselle der nach 5 Minuten nicht mehr weiß, wo er seine Zigarre hingelegt hat, nein, er ist gleich wie der Rumgourmet.

Plantation Rum Barbados XO 20th Anniversary

Er beatmet seine Zigarre, lässt sie leicht erglühen und genießt die rauchigen Aromen, die seine Geschmacksnerven sanft in Wallung bringen. Er hält sie liebevoll in der Hand und legt sie nur äußerst ungern ab. Er spielt mit der Asche, die sich langsam aufbaut und versucht sie liebevoll am Abfallen zu hindern. Beide Genussrichtungen in Symbiose sind ein Geschmackserlebnis in Vollendung und lassen sich daher wunderbar kombinieren.

Zigarre

Für deine Kaufentscheidung:

  • Versuche nicht am falschen Platz zu sparen. Du wirst mit einer billigen Zigarre nicht den Genuss erleben wie mit einer Qualitätszigarre. Es gibt sehr viele Trafikanten, die sich sehr gut mit Zigarren auskennen und dich gerne beraten werden.
  • Entscheide dich für eine leichte Zigarre, z. B. aus der Dominikanischen Republik. Als Zigarrenneuling ist dir eine kräftige aromatische Zigarre aus Kuba vermutlich zu intensiv und vermiest dir den Genuss.
  • Achte auf das passende Zigarrenformat. Ich empfehle dir ein großes Format zu wählen.
  • Achte darauf, dass sich die Zigarre vor dem Kauf im Humidor befindet, dieser muss eine Luftfeuchtigkeit von 68 –72 % aufweisen, WICHTIG, lass dir den Hygrometer im Humidor zeigen! Ist die Luftfeuchtigkeit zu gering, so ist die Zigarre zu trocken. Sie brennt zu schnell und zu heiß ab, dabei werden Bitterstoffe frei, die den Genuss erheblich beeinträchtigen.
Humidor Eigenbau
Hygrometer Zigarren
  • Auch die Machart der Zigarre ist ein großes Qualitätskriterium. Das beginnt beim Deckblatt und endet bei der Einlage. Ich rauche selbst großteils nur Longfiller am besten Handmade, Shortfiller werden maschinell hergestellt.
  • Bei einer hochwertigen Zigarre sollte das Deckblatt eine gleichmäßige Farbe haben und wenige große Blattadern aufweisen. Flecken auf dem Umblatt sind ein absolutes „No-Go“ und sind einfach nicht zu akzeptieren.

Leichte Zigarren

In der Regel sind, bis auf wenige Ausnahmen, die Zigarren aus der Dominikanischen Republik meist sehr mild im Geschmack. Sie zeichnen sich durch zarte und feine Aromen aus. Sie sind nicht so fest gerollt wie kubanische Zigarren und haben dadurch auch nur einen leichten Zugwiderstand, das wiederum dem gemütlichen Rauchvergnügen dienlich ist. Beim Abbrand ist kaum eine Veränderung der Intensität feststellbar. Oftmals wird der Rauchgenuss von einer leicht süßlichen Note begleitet. Das Deckblatt ist meist sehr hell.

Kräftige aromatische Zigarren

Bei kräftigen Zigarren denkt man meist an Zigarren aus Kuba. Dieser Gedanke ist auch nicht unbegründet. Die kubanischen Zigarren sind großteils kräftig, vollmundig und sehr würzig im Geschmack. Die Aromen sind oftmals sehr dominant und dadurch nicht für jeden Rum geeignet. Sie sind meistens fester gerollt als die Dominikanischen und haben dadurch einen mittleren bis kräftigen Zugwiderstand. Beim Abbrand ist eine steigende Intensität merklich spürbar. Das Deckblatt ist eher als dunkel zu bezeichnen.

Nicaraguanische Zigarren

Diese siedeln sich meiner Meinung nach genau zwischen den kubanischen und dominikanischen Zigarren an. Die Bandbreite liegt zwischen milder süße bis aromatisch kräftiger Note.

Sonstige Zigarren

Schwere kräftige Zigarren kommen auch aus Brasilien und Honduras.

Humidor Zigarren

Humidor – die Lagerung

Solltest du dich langfristig für die Leidenschaft des Zigarrenrauches entscheiden, so kommst du nicht um den Kauf eines Humidors herum.

Die Preise des Humidors gehen von günstig bis ins Unendliche. Vorteilhaft ist ein Innenleben aus Zedernholz, welches das Aroma der Zigarren nicht verändert.

Die Zigarren sollten dunkel und wenn möglich bei einer Temperatur von 20 – 22°C gelagert werden. Die Luftfeuchtigkeit sollte mindestens 68 % bis maximal 72 % betragen.

Verwende zum Befüllen des Befeuchters nur destilliertes Wasser. Für den gelegentlichen sporadischen Rauchgenuss empfehle ich einen geschlossenen Behälter z.B. einen Tubo oder einen verschraubbaren Zigarren-Alubehälter.

Die Zigarre hat die richtige Feuchtigkeit, wenn sie beim leichten Zusammendrücken elastisch ist oder beim leichten Rollen zwischen den Fingern nicht raschelt.

Zigarrenformate

Ich bevorzuge generell Zigarren im Format einer Robusto, Corona oder Churchill. Sie sind im Verhältnis sehr groß und haben einen stattlichen Durchmesser. Der Vorteil bei diesen Formaten liegt im kühlen Rauch und den sehr zarten Aromanoten die nicht aufdringlich sind und somit nicht die feinen Aromen des Rums überlagern.

Der richtige Anschnitt der Zigarre

Sie sollte unbedingt mit einem Zigarrencutter, einem Zigarrenbohrer oder einer Zigarrenschere angeschnitten werden. Beim Anschneiden sollte nur die äußere Deckkappe des Mundstückes entfernt werden. Der Schnitt darf nicht zu groß erfolgen, das sich sonst das Mundstück während des Rauches ablöst oder angeschnittener Tabak aus der Zigarre herausfällt.

Zigarrenanschnitt Zigarren
Zigarrenanschnitt Zigarren

Wie zünde ich eine Zigarre richtig an

Das Anzünden einer Zigarre braucht Zeit. Es sollte ein Gasfeuerzeug oder lange Zündhölzer verwendet werden, da ein Benzinfeuerzeug den Geschmack verdirbt. Bei Zündhölzern muss man nach dem anreiben einige Zeit warten, sodass sich der Schwefelabbrand verflüchtigt.

Zigarre – Vorwärmen

Nun muss die Zigarre vorgewärmt werden, da sie für ein anbrennen eine zu hohe Grundfeuchtigkeit aufweist. Zur Trocknung der Anbrennfläche dreht man die Zigarre gleichmäßig über der Flamme. Direkter Flammenkontakt zu vermeiden. Wenn durch das Erwärmen ein erster kleiner zarter Rauch sichtbar wird, ist es so weit. Nun kann unter permanenter Drehbewegung und leichtem Zug die Zigarre angezündet werden. Die Anzündfläche muss bis zum Rand gleichmäßig glühen und es dürfen keine dunklen Stellen sichtbar sein.

Zigarre anzünden - Zigarre vorwärmen
Zigarre anzünden

Zigarre – Nachzünden

Sollten dies der Fall sein, muss nachgezündet werden, sonst kann es passieren, dass die Zigarre schief anbrennt. Eine Korrektur ist nach einem schiefen Abbrand meist nicht mehr möglich. Man darf eine Zigarre auch ruhig einmal für kurze Zeit weglegen. Sie geht von alleine aus und muss nicht abgedämpft werden. Vor dem Anzünden sollte man die Asche und den Aschekegel entfernen, wieder kurz vorwärmen und danach unter leichtem Zug anzünden. Sie kann dadurch Anfangs kurzfristig leicht bitter schmecken.

Herstellungsarten  – Longfiller oder Shortfiller

Welches Tabakblatt für die Einlage, dem Umblatt, oder Deckblatt verwendet wird, ist vorab für den Zigarrenneuling nicht unbedingt relevant. Jedoch sollte der Begriff „Longfiller“ und „Shortfiller“ bekannt sein, da dies die Qualität und somit auch den Preis der Zigarre bestimmen. Was bedeutet „Longfiller“: Hier besteht die Einlage, sprich das Innenleben der Zigarre, aus ganzen Tabakblättern, die per Hand gerollt werden (Handmade).

Zigarre anzünden

Meist auch erkennbar durch das geschlossene mitgerollte Mundende das mit einem Zigarrencutter oder Zigarrenbohrer fachgerecht abgeschnitten wird. Sollte die Zigarre bereits aufgeschnitten sein, dabei handelt es sich meist um eine Kerbe, so kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass es sich um eine Shortfiller handelt. Shortfiller sind maschinell hergestellte Zigarren und von der Tabakqualität nicht so hochwertig wie Longfiller. Die Einlage kann aus dem Abschnitt der Longfiller-Einlage stammen, aber auch aus verschiedenen zugekauften Abschnitten bestehen.